THE BIRDS OF LOVE STORY

Es schien einer dieser Tage zu werden, an denen es regnet, obwohl die Sonne scheint. Dunkle, bedrohliche Wolken zieren den Himmel, welche die leuchtenden Strahlen der Lichtkugel unsichtbar erscheinen lassen, weil sie die Gedanken gefangen nehmen und den Blick für das Schöne verhüllen.

„Sehr geehrte Frau Seiler“, stand in dem Brief, den sie in ihren Händen hielt, „wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass wir uns für die Betreuung der Gäste in der Villa auf Mauritius für jemand anderen entschieden haben. Wir hoffen, dass Sie bald eine passende Stelle finden werden, welche Sie mit Freude erfüllt. Mit freundlichen Grüssen Gisela Sommer.“ Da schwamm er nun davon, der Traum der Träume, bachab wie ein tosender Wasserfall verabschiedete sich das süsse Leben im Indischen Ozean, mitsamt den Stränden und Lagunen.

Es wäre genau das gewesen, was sie suchte. Ab zu neuen Ufern, nach all den unschönen und schmerzbringenden Erlebnissen der letzten Wochen. „Alles geht schief!“, seufzte sie, und als ob das nicht schon genug war, stieg ihr ein beissender Duft aus der Küche in die Nase. „Mein Mittagessen!“ Sie rannte los in die Küche, wo ihr der Anblick der verbrannten Lasagne die Tränen in die Augen trieb. „Ich muss raus hier“, dachte sie und verliess in Windeseile ihre Wohnung, schwang sich auf das Fahrrad und radelte, so schnell sie konnte, mit tränenüberströmtem Gesicht dem Horizont entgegen. Es tat gut, den Wind auf der Haut zu spüren und das Haar tanzen zu lassen. „Jetzt geht es mir besser“, dachte sie, der Geist ist ruhiger und … „Was ist jetzt los? Ich trete ins Leere und komme nicht mehr voran! Toll! Das passt ja wirklich alles zusammen! Ich bin vom Pech verfolgt!“

Ohne einen blassen Schimmer, wie sie den Drahtesel reparieren solle, und natürlich ohne Handy, weil sie dieses in der Eile zu Hause in der Küche hatte liegen lassen, kniete sie nun planlos auf der verlassenen Landstrasse vor ihrem streikenden Fahrrad. Sie hatte sich schon mit dem Gedanken befasst, einen langen Fussmarsch anzutreten, als sie von Weitem das Geräusch eines Motorrades hörte: „Bei meinem Glück fährt das bestimmt mit 100 Sachen an mir vorbei.“ Doch, ohne dass sie viel dazu tun musste, hielt der Fahrer an, erkannte ihre Not und bot ihr an, sie zur nächsten Velowerkstatt zu fahren. „Wer weiss“, dachte sie, als sie so hinten auf dem Motorrad sass, „wofür diese Absage aus Mauritius gut war.“ Und plötzlich fühlte sie sich wieder leicht, breitete ihre Arme aus, atmete tief durch und freute sich, einem Bird of Love begegnet zu sein, einem Menschen, der ihr, ohne zu hinterfragen, seine Hand reichte.

Wenn du mehr gibst, als du nimmst, bist du ein Bird of Love.


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